Jagdpfahl

Vorlage: Text auf der Erläuterungstafel (Quelle: Landkreis Vechta)

Der Jagdpfahl

An dieser Stelle wurde mutmaßlich um die Mitte des 18. Jahrhunderts die erste und lange Zeit einzige durch Menschenhand angelegte Markierung in der Weite des Moores geschaffen. Der ursprünglich schlichte Eichenpfahl trennte auch die Jagdbezirksgrenzen. Daher der Name Jagdpfahl.

Nach dem 1. Weltkrieg wurde er durch ein Rohr ersetzt; 1980 erfolgte die Rekonstruktion.

Geschichte

1815 auf dem Wiener Kongreß wurde entschieden, das Große Moor (oder Dievenmoor) dem Königreich Hannover zuzuschlagen. Den zum Großherzogtum Oldenburg gehörigen Orten und Bauerschaften Damme, Rottinghausen, Sierhausen und Reselage wurde ein Anteil am Moor zugesprochen.

Die 1. Teilung (um 1830) erfolgte geradlinig vom Jagdpfahl aus zu den Randgemeinden, die die Moorflächen als Eigentümer ihrem Markengrund zuschlugen. Durch die 2. Teilung (1880er Jahre) gelangten die hofesnahen, z. T. schon abgetorften Moorteile an die Grundstückseigentümer (Höfe) zum Kultivieren; die verbleibenden, weiter entfernt liegenden Spitzen zum Jagdpfahl hin wurden den Höfen der jeweilgen Anliegergemeinden als Torfstiche zugeteilt.

Aufgrund der Aktivitäten der Hannoverschen Kolonisations- und Moorverwertungs AG (HaKoMAG) kam es kurz vor dem 1. Weltkrieg zur 3. Teilung: Die östlich des heute am Jagdpfahl entlang führenden Weges liegenden Flächen der Gemeinde Schwege sowie Teile des Dammer Besitzes erwarb die HaKoMAG (insgesamt ca. 1.000 Hektar). Die westlich des Weges liegenden Hinnenkamper und Vördener Moorteile kaufte der Landkreis Bersenbrück zu Siedlungszwecken. Dies bedeutete den Ursprung für die Siedlung Campemoor. Ein kleiner Astruper Anteil kam durch Tausch hinzu. Insgesamt belief sich die zu besiedelnde Fläche auf ca. 700 Hektar.

Nach dem 1. Weltkrieg gab der Landkreis Bersenbrück seine Trägerschaft für das Kultivierungsprojekt an die Provinz Hannover ab. 1922 bezog der 1. Siedler sein Haus in Campemoor. Die Provinz Hannover kaufte 1928 nordöstlich gelegene Flächen von der HaKoMAG hinzu, auf denen später 11 Höfe angesiedelt werden sollten. In den 1930er und 1940er Jahren kamen für die Besiedlung Flächen aus Kalkrieser Besitz hinzu. Die Venner Hochmoorsiedlung, die schulisch zu Campemoor und kirchlich zu Vörden gehörte, entstand in den 30er Jahren unter Trägerschaft des Pächter- und Heuerleuteverbandes.