Sitzung am 08.05.2007

anwesend:Herr Stärk (Landvolk, Bersenbrück), Willi Meyer, Georg Groß-Klußmann, Jürgen Hemker, Annette Hemker, Rainer Duffe, Rainer Dormann, Gudrun Dormann, Mario Eilers, Udo Thörner, Uwe Steinhake, Wilfried Gieske, Jürgen Harbecke

Die Verpflichtung zur Folgenutzung Wiedervernässung beruht laut Herrn Stärk auf einem Erlaß des Landes Niedersachsen aus dem Jahr 1992; kann man diesen Erlaß kippen? bzw. für Campemoor eine Ausnahme erreichen? Herr Stärk empfiehlt, den Umweltminister nach Campemoor einzuladen. Es sei hingegen fraglich, ob man über die örtlichen Landtagsabgeordne­ten (u. a. Coenen) etwas erreichen kann.

Der Initiativkreis Campemoor ist sich einig darüber, daß als Folgenutzung nur Landwirtschaft mit vorherigem Tiefflügen infrage kommt. Herr Stärk empfiehlt, keine Maximalforderung (nur Landwirtschaft) aufzustellen, sondern einen Plan auszuarbeiten, auf welchen Flächen Landwirtschaft gewünscht wird und auf welchen Flächen Wiedervernässung akzeptiert würde. Noch besser wäre es, einen Plan zu erstellen, auf welchen Flächen Landwirtschaft Sinn macht und auf welchen Flächen Torfabbau. Rainer Duffe wird versuchen, das Gutachten Höfer & Pautz zu besorgen, das Grundlage des Bodenabbauleitplans ist. Hierin dürften Aussagen über die Flächenverwendbarkeit zu finden sein.

Das Problem der Entwässerung wird als lösbar angesehen, auch für die Mitte des Moores, wo die Torfschicht am mächtigsten ist. Ein in Planung befindliches Regenrückhaltebecken am Rande des Moores ist für den Schutz des Niedersachsenparks gedacht.

Flurbereinigung: Herr Stärk regt an, außerdem darüber nachzudenken, ob über den Weg der Flurbereinigung ein Interessenausgleich zwischen Verkaufswilligen / aktiver Landwirtschaft / Torfindustrie zu erreichen wäre.

Siedlungsstrukturkonzept: da die geschützten Streifen nicht abtorfbar sind, möchte kaum ein Eigentümer sich auf die Breite der Streifen festlegen, weil jeder Angst hat, daß diese Streifen nicht verkäuflich sind. Am besten wäre, wenn das Torfwerk die Flächen zum selben Preis abkaufen würde / müßte.

Im Grunde müßte die Gemeinde bei Aufstellung des Siedlungsstrukturkonzepts jedem Eigentümer die Möglichkeit geben, selbst über die Breite der Streifen zu bestimmen. Rainer Dormann und Udo Thörner werden bis zur nächsten Sitzung bei der Gemeinde klären, ob das möglich ist. Ferner stellt sich die Frage, welche Folge die Streifen auf die Anliegerbeiträge (Straßenbau) haben. Wird der Eigentümer in vollem Unfang herangezogen? Oder auch das Torfwerk, das mit seinen Abtorfungsflächen dahinter liegt, also nicht direkter Straßenanlieger ist.

Außerdem soll bei der Gemeinde geklärt werden, ob die Streifen (nur extensive Nutzung) als Bauland („naturnahes Bauen“ / Lückenschluß) infrage kommen. Es wäre aber auch denkbar, die Streifen für Naturschutz zu reservieren, wenn im Gegenzug die abgetorften Flächen zurückgegeben würden an die Landwirtschaft.

Muster-Verkaufsvertrag: damit nicht jeder Eigentümer einzeln mit dem Torfwerk verhandeln muß, wird Herr Stärk einen Muster-Verkaufsvertrag entwerfen, den jeder Verkaufswillige als Richtlinie für seinen Grundstücksverkauf an das Torfwerk verwenden kann. Diesen Mustervertrag wird der Initiativkreis allen Eigentümern vorlegen. Da die Bildung einer Verkäufergemeinschaft, die gemeinsam mit dem Torfwerk verhandelt, wohl kaum zu erreichen ist, wird zumindest eine Einheitlichkeit der Kaufverträge angestrebt. Der Preis wäre dadurch höher und würde keiner Geheimniskrämerei mehr unterliegen. Somit würde der Gesamtwert der Betriebe / Grundstücke steigen. Eine Kaufverpflichtung des Torfwerks für die Randstreifen könnte in den Mustervertrag einbezogen werden.

Natürlich wäre ein Mustervertrag für den einzelnen Verkaufswilligen nicht bindend sondern lediglich eine Richtschnur für seine Forderungen an das Torfwerk.

Zur Zeit bieten die Landwirte, die aufgeben möchten, ihre Flächen lieber den Torfwerken an als dem Nachbarn, auch, weil der Verkauf an das Torfwerk steuerfrei ist im Gegensatz zum Verkauf an Landwirte (?)

Alternativ zum Verkauf an ein Torfwerk müßte darüber nachgedacht werden, ob der Verkaufswillige seinen Besitz an die Gemeinschaft der Landwirte verkauft. Statt auf großen, verfallenden Hofstellen seinen Lebensabend zu verbringen und die Flächen dem Torfwerk zu geben, könnte die Gemeinschaft dem Verkaufswilligen ein kleineres Anwesen anbieten (altengerechtes Wohnen). Im Gegenzug blieben der Gemeinschaft die Hofgebäude zur weiteren Nutzung und die Flächen für die Landwirtschaft.

Bürgerversammlung: Für Ende Juni möchte er Initiativkreis zu einer weiteren Bürgerversammlung einladen, auf der folgende Punkte behandelt werden sollen:

Nächste Sitzung des Initiativkreises: Mittwoch, 30.05.2007, 20 Uhr, Vereinshaus

Protokoll: Udo Thörner, 24.05.2007